Rückblick

9 augustus 2024 - Waalre, Nederland

Erst einmal allen, die mitgelesen haben, vielen Dank! Es ist immer schön zu wissen, dass Ihr an meinen Erlebnissen teilhabt, wenn ich alleine unterwegs bin. Und danke an alle, die mich das in den schwierigen Momenten haben wissen lassen. 

Tatsächlich habe ich die Reise nicht so geniessen können, wie das vielleicht unter anderen Umständen möglich gewesen wäre. Aber wie immer versuche ich, das Beste draus zu machen und ich wusste ja, dass ich Zeit zum Trauern brauchen würde.

Ob es daran lag, dass mir diesmal das Alleinreisen nicht so gefallen hat? Brauchte ich mehr als sonst jemanden, mit dem ich mich hätte austauschen können? Jedenfalls habe ich nicht so leicht wie sonst Kontakt aufgenommen mit den Leuten um mich herum und mich ab und zu ein bisschen einsam gefühlt. 

Ich war eigentlich nicht so ganz ‘da’. Gelegentlich führte das zu komischen Situationen. So war mir einmal völlig entfallen, dass ich meine Zimmertür abgeschlossen hatte (was ich sonst nie machte - jedenfalls nicht in einer Pension auf dem Land, wo wirklich keiner in ein Zimmer geht und etwas stiehlt). Da stand ich in völliger Panik und konnte mir nicht erklären, warum die Tür nicht aufging, wo ich doch den Schlüssel innen in der Tür hatte stecken lassen. Also rief ich den Gastwirt, der auch ziemlich ratlos vor der Tür stand. Und dann fand ich den Schlüssel in meiner Hosentasche. War mir das peinlich. Aber irgendwie auch wieder lustig. Auf jeden Fall kennzeichnend für meinen abwesenden (oder besser verwirrten?) Geisteszustand. Hoffentlich wird das schnell besser, sonst kann es auf der Arbeit interessant werden …

Jetzt bin ich also nach einer ebenso ereignislosen wie anstrengenden (Staus - ein Phänomen, dass ich fast vergessen hatte) wieder zuhause und liefere Euch noch die versprochenen Bilder nach. Und ein paar Beobachtungen:

1. In Estland gibt es Cannabisbrot. Ohne THC ;-)
2. Sowohl in Estland als in Lettland habe ich vielerorts Kaffeeautomaten im Freien gesehen. Das erscheint mir vor allem im Winter sehr ungemütlich. Oder braucht man ab und zu ein Heißgetränk, damit man beim Warten an der Bushaltestelle nicht erfriert? Ich habe jedenfalls in 3 Wochen niemals jemanden einen Kaffee aus einem solchen Automaten holen sehen.
3. Klo’s werden im allgemeinen nicht an der Wand, sondern mitten im Raum platziert. Siehe Fotos von besonders gelungenen Beispielen.
4. Türen klemmen fast alle.
5. Es gibt zum Frühstück u.a. Fisch (nicht nur Räucherlachs, sondern auch andere Sorten, die ich aber nicht kenne).
6. Das Personal in den Geschäften ist oft mürrisch - oder jedenfalls sehr einsilbig. Fast wie in Deutschland. Aber das kann natürlich auch daran liegen, dass ich kein Lettisch oder Estnisch kann und das Personal in Deutschland kein Deutsch?

So, damit schliesse ich diesen Reisebericht erstmal ab. Aber bevor ich mich verabschiede möchte ich noch betonen, dass mir die beiden Länder sehr gut gefallen haben und ich Euch allen eine Reise dorthin nur empfehlen kann. Vor allem aber bin ich Marika und ihrer Familie sehr dankbar für ihre Gastfreundschaft und hoffe, dass ich sie auch einmal bei mir zuhause empfangen kann.