Rück- und Vorausblick
2 januari 2023 - Cuenca, Ecuador
Allen, denen ich nicht persönlich geschrieben habe, wünsche ich auf diesem Wege ein glückliches neues Jahr!
Am letzten Tag des Jahres habe ich es tatsächlich geschafft, noch einen Ausflug in den Nationalpark El Cajas zu machen. Es ist ein Naturschutzgebiet, das verschiedene Vegetationszonen der Anden umfasst und ausserdem die Stadt Cuenca und ihre Umgebung mit Wasser versorgt. Zuerst machten wir eine Wanderung um eine Lagune auf ca. 3.000 m Höhe, wo in den noch ursprünglichen Wäldern viele Vögel und Orchideenarten zu sehen bzw. zu hören sind. Der Artenreichtum ist atembenehmend - so es gibt z.B. mehrere tausend Orchideenarten in Ecuador. Danach fuhren wir für eine weitere Wanderung in ein höher gelegenes Gebiet mit vielen weiteren Lagunen und für die hiesigen Anden typische Hochgebirgsvegetation. Wie es sich für Pflanzen auf dieser Höhe gehört, sind sie kleinwüchsig und sehr widerstandsfähig. Ich habe die Erläuterungen während der Wanderung sehr genossen. Leider gerieten wir am Ende noch in einen sehr heftigen Hagelschauer mit entsprechend rapide sinkenden Temperaturen. Man soll das Wetter im Hochgebirge nie unterschätzen.
Am Abend sind wir dann zu Elena's Tochter Monica gefahren, um dort den Silvesterabend zu verbringen. Wir haben um Mitternacht den Monigote Año viejo (= das alte Jahr) verbrannt und das neue mit Feuerwerk begrüsst. Heute, am 1. Januar, waren noch mehr Familienmitglieder zu Besuch. Erst heute Abend bin ich dazu gekommen, meine Hausaufgaben Spanisch zu machen und diesen Beitrag zu schreiben.
Die kommende Woche ist schon die letzte hier in Cuenca. Es geht alles irgendwie so schnell und ich werde wieder einmal Abschied nehmen von vielen lieben Menschen, die ich hier kennengelernt habe. Es ist aber auch wieder ein Anfang, etwas Neues. Am Samstagabend nehme ich den Bus nach Guayaquil und dort in den frühen Morgenstunden das Flugzeug nach Panama City, wo ich einige Stunden Aufenthalt habe, bevor ich nach Mendoza in Argentinien weiterfliege. Ja, das ist ein Riesenumweg, bietet mir aber die Gelegenheit, Panama City zu besuchen - wenn auch nur sehr kurz. War ausserdem am billigsten und ich hätte sowieso irgendwo umsteigen müssen. Die Alternative wäre Bogota gewesen, auch nicht besser. Ist schon merkwürdiig, wie krumm die Wege einer solchen Reise sein können.


Ganz herzliche Grüße, Dein Andi